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Thesen für den Protest-Tag am 13.05.2016
Für eine Barriere-Freie und Hansestadt Hamburg


Barriere-Freiheit im öffentlichen Raum


  1. Alle öffentlichen Gebäude müssen für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sein!

  2. Denkmal-Schutz und Brand-Schutz nicht auf Kosten der Barriere-Freiheit
               
  3. Wir fordern doppelte Querungen an jedem Straßen-Übergang.
    Ein Teil muss ganz flach sein, ein Teil mit Blinden-Leit-Streifen ausgestattet -
    Das schafft gute Übergänge für Rollstuhl-Fahrer und für blinde Menschen.

  4. Wir fordern ein gesetzliches Verbot von Neu-Bauten mit einer einzigen Stufe. Und eine finanzielle Förderung für einen entsprechenden Rück-Bau bei Bestands-Bauten.

  5. Mit Kopfstein-Pflaster belegte Einfahrten und Plätze müssen eine glatte Fahr-Spur für Rollstuhl-Fahrer und Geh-Behinderte erhalten!

  6. Wir fordern: Mehr Barriere-freie öffentliche Toiletten.
    Alle neuen öffentlichen Toiletten müssen Barriere-frei sein.

  7. Auch die Privat-Wirtschaft muss gesetzlich verpflichtet werden, ihre Dienst-Leistungen und Produkte Barriere-frei zugänglich zu machen.

  8. Im neuen Gesetz zur „Weiter-Entwicklung des Behinderten-Gleich-Stellungs-Rechts“ muss auch die Privat-Wirtschaft zur Barriere-Freiheit verpflichtet werden.
    Denn Barriere-Freiheit im Lebens-Umfeld (z.B. bei Einkaufs-Möglichkeiten und Restaurants) ist entscheidend für gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion.

  9. Eben-erdige Angebote dürfen nicht nachträglich mit Barrieren versehen werden!

  10. Wahl-Lokale müssen Barriere-frei sein!

  11. Ausreichend lange Grün-Phasen für Fußgänger an Ampeln

  12. Barriere-Freiheit muss ein einklagbares Recht werden!
    Denn Teilhabe ist ein Menschen-Recht!

  13. Gehörlose Menschen fordern Barriere-freie Informations-Systeme in allen öffentlichen Verkehrs-Mitteln, Einrichtungen und Groß-Veranstaltungen.
    Ansagen in der Bahn müssen auch sichtbar gemacht werden!

  14. Gehörlose fordern Barriere-freie Kommunikation und Information im Internet

  15. Wir brauchen einen Not-Dienst für Menschen mit Hör-Schädigung.
    Für akute Fälle (z. B. bei Ärzten, Krankenhäusern, Polizei, Gerichten etc.) muss ein Notfall-Dolmetscher-Dienst in Gebärden-Sprache und Schrift-Dolmetscher aufgebaut werden.

  16. Gehörlose Menschen fordern Barriere-freie Notruf-Systeme.

  17. Gehörlose Menschen fordern optische Warn-Systeme.

  18. Mehr Blinden-Leitsysteme im öffentlichen Raum und in Kauf-Häusern.

  19. Wir fordern die Kennzeichnung von Stolper-Gefahren für seh-behinderte Menschen durch sichtbare und fühlbare Markierung von Stufen und Treppen.

  20. Schilder müssen auch für Menschen mit Seh-Behinderung lesbar sein.

  21. Wir fordern den uneingeschränkten Zutritt für alle Assistenz-Hunde.

  22. Blinde Menschen fordern längere Ausstiegs-Zeiten in Aufzügen.

  23. Wir fordern, dass Behörden blinden und seh-behinderten Menschen Dokumente papierlos und über Online-Zugänge zur Verfügung stellen.


    Verkehrs-Mittel
     
  24. Wir fordern, dass alle Menschen gleich-berechtigten Zugang zu Informationen im öffentlichen Nah-Verkehr bekommen.

  25. Mehr Halte-Griffe in Bus und Bahn, auch für Klein-Wüchsige und Kinder.

  26. Mehr Platz in Bussen für Rollstuhl-Fahrer, Rollatoren und
    Kinder-Wagen.

  27. Wir fordern einen wirklich Barriere-freien Zugang zu allen Verkehrsmitteln!
    Überbrückung des Spaltes zwischen Bahn-Steig und Waggon bei S- und U-Bahn, so dass ein selbständiges Befahren für Rollstuhl-Fahrer möglich wird.
     

  28. Mehr rollstuhl-gerechte Taxen, Schiffe und Reise-Busse
     

  29. Ausreichend Zeit zum Aussteigen für mobilitäts-eingeschränkte Fahr-Gäste
     

  30. Bus-Fahrer müssen die Rampe selbstverständlich ausklappen und den Bus absenken.
     

  31. Bessere Informations-Leitsysteme im öffentlichen Nah-Verkehr, wie Piktogramme und langsamere und deutlichere Roll-Schrift.
     

  32. Für hör-behinderte Menschen sollen Lautsprecher-Durchsagen auf Monitoren sichtbar gemacht werden.
     

  33. Blinde Menschen fordern ein hörbares Signal beim Schließen der Türen in den Bahnen.
     

  34. Blinde Menschen fordern die Ansage von Linie und Ziel für jede einfahrende Bahn oder jeden Bus.

  35. Blinde Menschen fordern eindeutigere Orientierungs-Hilfen zur Nutzung von Bus-Bahnhöfen.


    Freizeit, Kultur, öffentliche Veranstaltungen

  36. Barriere-freier Zugang zu allen kulturellen Angeboten, insbesondere, wenn sie staatlich gefördert werden.

  37. Mehr Plätze und größere Platz-Auswahl für Rollstuhl-Fahrer bei kulturellen Angeboten. Oft sind diese Plätze am Rand und es gibt nur einen Einzel-Platz. 2 Rollstuhl-Fahrer können meistens nicht nebeneinander sitzen.

  38. Wir fordern, dass die Tourismus Hamburg grundsätzlich bei allen Angeboten, über die sie berichten, auch Informationen zum Barriere-freien Zugang und WCs geben.

  39. Wir fordern, dass für hör-behinderte Menschen alle öffentlichen Veranstaltungen durch Gebärden- und Schrift-Dolmetscher begleitet werden.

  40. Wir fordern, dass alle öffentlichen Räume für hör-behinderte Menschen mit guter Raum-Akustik und Hör-Anlagen ausgestattet sind.

  41. Menschen mit Hör-Behinderungen fordern 100 % Unter-Titel im öffentlich-rechtlichen und Privat-Fernsehen sowie im Kino.

  42. Im Fernsehen soll bei mindestens 5% der Sendungen Gebärden-Sprache eingeblendet werden.

  43. Blinde Menschen fordern regelmäßige Theater-Aufführungen mit Audio-Deskription

     

    Gesundheits-Versorgung

     

  44. Gut angepasste Hilfs-Mittel helfen uns, am Leben teilzuhaben.
    Wir fordern: Stopp von Ausschreibungen von Hilfs-Mitteln, denn billig ist nicht immer gut! Hilfsmittel hoher Qualität sind gesünder und haben oft eine längere Lebens-Dauer.

  45. Wir fordern das Recht auf einen Zweit-Rollstuhl.
    Fußgänger laufen auch nicht mit Schnee-Stiefeln über ihren Teppich. Insbesondere während einer Reparatur ist ein zweiter Rollstuhl existenziell notwendig.

  46. Wir fordern schnelle Reparaturen von Hilfs-Mitteln!
    Es darf nicht sein, dass Menschen tagelang im Haus oder sogar im Bett bleiben müssen, weil kein Rollstuhl zur Verfügung steht!

  47. Arzt-Praxen müssen Barriere-frei sein:
    Zugänge, Untersuchungs- Möglichkeiten und Toiletten.Keine Genehmigung neuer Arzt-Praxen, die nicht barrierefrei sind.
    Es werden dringend mehr Barriere-freie Arzt-Praxen benötigt.

  48. Medizinische Einrichtungen müssen grundsätzlich Barriere-frei ansprechbar sein (z.B. Termin-Vergabe auch per Fax und Mail für Hör-Behinderte).

  49. Bessere medizinische Versorgung für Menschen mit Behinderung, auch mit hohem Hilfe-Bedarf.

  50. Für Menschen mit Behinderung müssen Krankenhäuser Barriere-frei gestaltet und Bedingungen geschaffen werden, die unseren besonderen Belangen gerecht werden.
    Behinderungs-bedingter Mehrbedarf im Krankenhaus (wie z.B. Gebärden-Dolmetscher) soll zukünftig finanziert werden.

  51. Wer auf Assistenz angewiesen ist benötigt, muss diese auch bei Krankenhaus-Aufenthalten finanziert bekommen.
    Und nicht nur beim Arbeitgeber-Modell, sondern auch wenn die Assistenz über einen Pflege-Dienst organisiert wird.

  52. Recht auf Leichte Sprache für Menschen mit Lern-Schwierigkeiten, bei Ärzten und in Kranken-Häusern.


    Selbst-Bestimmung und Teilhabe

  53. Es geht um uns behinderte Menschen, nicht um die Einrichtungen!
    Schluss mit Fremd-Bestimmung, Selbst-Bestimmung jetzt!
    Wir behinderte Menschen entscheiden über uns selbst, nicht: Nicht-Behinderte entscheiden über uns.

  54. Ausreichende persönliche Assistenz statt Betreuung!

  55. Persönliche Assistenz soll es nicht erst ab 8 Stunden pro Tag geben.

  56. Jede/r soll sich in jede/n verlieben können - ohne arm zu werden.
    Deshalb keine Anrechnung von Einkommen und Vermögen des Partners / der Partnerin auf Leistungen der Eingliederungs-Hilfe!

  57. Keine Bevormundung durch die freie Wohlfahrts-Pflege und durch Einrichtungen der Behinderten-Hilfe. Menschen mit Behinderung müssen einrichtungs-unabhängige Beratung bekommen.

  58. Markt-Macht für Menschen mit Behinderung!
    Das Bundes-Teilhabe-Geld muss kommen. Dann können wir unsere Leistungen selbst einkaufen und autonom über die Anbieter entscheiden.

  59. Wir fordern: Recht auf Beratung durch selbst behinderte Menschen.

  60. Die Beantragung der Leistungen des Persönlichen Budgets muss übersichtlicher, einfacher und wohlwollender gehandhabt werden.

  61. Mehr Projekte von Menschen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung.

  62. Ich will leben, wie ich will: Wir fordern das uneingeschränkte Wunsch- und Wahl-Recht von Menschen mit Behinderung bezogen auf ihre Teilhabe. Zumutbarkeit vor Wirtschaftlichkeits-Grundsatz.

  63. Mehr Chancen selbstbestimmt zu leben,
    auch für mehrfach behinderte Menschen!

  64. Hamburg braucht starke Schulen, für gemeinsames Lernen aller Kinder.

  65. Wir fordern verbindliche Teilhabe-Planungen für aufeinander abgestimmte Leistungen aus einem Guss.

  66. Finanzierung unabhängiger Beratungs-Stellen für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen.

  67. Wir fordern ein Bundes-Teilhabe-Gesetz, das den Namen verdient!
    Und aus dem Sozialhilfe-Gesetz herausgelöst ist.

  68. Menschen mit Lern-Schwierigkeiten fordern mehr Informationen in Leichter Sprache: kurze Sätze, keine Abkürzungen und Fremdwörter, passende Bilder.

  69. Menschen mit Lern-Schwierigkeiten fordern:
    Alle Formulare und amtlichen Bescheide in Leichter Sprache.

  70. Gehörlose Menschen fordern für alle Lebens-Bereiche kostenlose Gebärdensprach-Dolmetscher.

  71. Gehörlose Menschen fordern einen Nachteils-Ausgleich, ein Gehörlosen-Geld - ähnlich dem Blinden-Geld.

  72. Gehörlose Menschen fordern für Schüler die Möglichkeit, Gebärden-Sprache im Unterricht zu erhalten und auch Prüfungen ablegen zu können.


    Arbeit

  73. Mehr Ausbildungs- und Arbeits-Plätze außerhalb von Werkstätten für Menschen mit Behinderungen schaffen.
    Das Budget für Arbeit ist ein gutes Instrument dafür.

  74. Auch gehörlose Menschen in Werkstätten müssen Gebärden-Dolmetscher finanziert bekommen – z.B. für Fortbildungen, Veranstaltungen und Bildungs-Urlaub.

  75. Wir fordern: Mehr Geld für Werkstatt-Beschäftigte.
     
  76. Betriebe, die keine schwer-behinderten Mitarbeiter einstellen, sollen eine          höhere Ausgleichs-Abgabe bezahlen.


    Wohnen


  77. Wir fordern: Mehr bezahlbare Barriere-freie Wohnungen.
    Alle Wohnungs-Neubauten müssen über Barriere-freie Wohnungen verfügen.
    50 % aller mit öffentlichen Mitteln gebauten neuen Wohnungen müssen Barriere-frei sein.
    Es müssen auch größere Barriere-freie Wohnungen gebaut werden, für größere Familien und Wohn-Gemeinschaften.

  78. Öffentlich geförderte Barriere-freie Wohnungen müssen zeitlich unbegrenzt an Menschen mit Behinderung vermietet werden.

  79. Weiter-Finanzierung des Wohn-Platzes in Einrichtungen der Behinderten- Hilfe, während einer Sucht-Therapie oder längerem Krankenhaus-Aufenthalt.

  80. Wir fordern: Frauen-Beauftragte in allen Einrichtungen der Behinderten-Hilfe.
    Diese sollen auch für Wohn-Einrichtungen gesetzlich verankert werden, z.B. im Hamburgischen Wohn- und Betreuungs-Qualitäts-Gesetz.


    Geflüchtete mit Behinderung

  81. Geflüchtete sollen bei der Erst-Registrierung gefragt werden, ob und welche Behinderung sie haben. Damit entsprechende Unterkünfte, Unterstützung und medizinische Versorgung organisiert werden können. Im Fall einer Verlegung in andere Bundes-Länder oder Folge-Unterkünfte muss die Behinderung berücksichtigt werden!

  82. Die Anzahl behinderter Geflüchteter und die Art der Behinderung sollen erhoben werden, ebenso deren Unterbringung, als Grundlage für entsprechende Maßnahmen.

  83. Wir fordern: Deutlich mehr Barriere-freie Flüchtlings-Unterkünfte.

  84. Geflüchtete mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen brauchen eine gesundheitlich angemessene Versorgung.
    Dazu soll die Kann-Bestimmung in § 6 Asylbewerber-Leistungs-Gesetz zu Leistungen, die über die medizinische Grund-Versorgung hinausgehen, in eine Verpflichtung umgewandelt werden!

  85. Ausbildungs- und Arbeits-Angebote auch für behinderte Flüchtlinge!

  86. Inklusiver Wohnungs-Bau statt „Express-Bauten“ für Flüchtlinge.
    Auch Wohnungs-Bau für Flüchtlinge muss anteilig Barriere-frei erfolgen.

  87. Gehörlose Geflüchtete fordern Gebärden-Sprach-Dolmetscher für Anhörungen, Behörden-Termine und Asyl-Verfahren.

  88. Wir fordern die schnellere Ausstellung eines Schwerbehinderten-Ausweises für Geflüchtete mit Behinderung.

  89. Gehörlose Geflüchtete wünschen Zugang zu der deutschen Gesellschaft und Informationen durch die Gebärden-Sprache.

  90. Gehörlose Geflüchtete möchten gemeinsam untergebracht werden.
    Um mit anderen gehörlosen Geflüchteten kommunizieren zu können!

  91. Bessere psychologische Unterstützung besonders für behinderte Geflüchtete!

  92. Geflüchtete mit Behinderung brauchen mehr barrierefreie Angebote –
    zum Beispiel Zugang zu Freizeit-Aktivitäten und Bildung.


    Verschiedenes


  93. Kein Sorge-Rechts-Entzug aufgrund von Behinderung der Eltern!
    Stattdessen unbürokratische Bewilligung von Eltern-Assistenz aus einer Hand.

  94. Schaffung einer bezahlten Stelle als Landes-Behinderten-Beauftrage/r, statt der bisherigen Stelle als ehrenamtliche Senats-Koordinatorin.
    Diese Person sollte selbst eine Behinderung haben.

  95. Wir fordern: 5 Tage Zusatz-Urlaub für Eltern und Angehörige, die eine pflege-bedürftige Person versorgen
    - so wie der Zusatz-Urlaub für Schwer-Behinderte selbst.

 

Diese Thesen wurden von verschiedenen Hamburger Behinderten-Verbänden und Einzelpersonen unter der Leitung von Autonom Leben e.V. zusammengestellt. 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autonom Leben e.V.
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