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Neues aus Hamburg 


 29.09.2015 Kobinet

 

Kobinet berichtet von unserer Veranstaltung mit dem inzwischen ausgeschiedenen Sozialsenator Detlef Scheele, der am 26.08.2015 zu einer Veranstaltung in den Räumen von Autonom Leben zu Gast war:

 

 

 

Austausch mit scheidendem Senator Scheele

Veröffentlicht am  von Ottmar Miles-Paul

 

 

 

 

 

Gespräch mit Detlef Scheele
Gespräch mit Detlef Scheele  
© Dirk Banse 

 

 

 

Hamburg (kobinet) Vor kurzem hatte der Vorstand von Autonom Leben Hamburg den scheidenden Hamburger Sozialsenator Detlef Scheele zu einem lockeren Gespräch in die eigenen Räume in der Langenfelder Straße eingeladen. Viele waren gekommen, um sich über aktuelle politische Themen nicht nur aus dem Spektrum der Menschen mit Behinderung auszutauschen, berichtet Daniela Schremm von Autonom Leben Hamburg. 

"Detlef Scheele begann das Gespräch mit einer kurzen Eröffnung über Erreichtes und nicht Erreichtes während seiner Amtszeit seit 2011. Aus seiner Sicht konnte für behinderte Menschen in Hamburg vieles erreicht werden: im Wohnungsbau mit mehr als 1.800 geförderten barrierefreien Wohnungen, beim barrierefreien Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), das Hamburger Budget für Arbeit mit weit über 100 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen für vorher in der Werkstatt für behinderte Menschen Beschäftigte, die Öffnung der Werkstätten in Hamburg mit 600 ausgelagerten Arbeitsplätzen, erste behördliche Bescheide, die mit Erläuterungen in Leichter Sprache ergänzt werden, sowie Modelle mit Gebärdensprache in Kinderkrippen und Kitas", beschreibt Daniela Schremm die Bilanz, auf die der Sozialsenators verwies. 

Der Senator verwies jedoch darauf, dass das Erreichte keinesfalls ausreiche und zum Nachlassen einlade. Denn dem Grunde nach sei das Projekt "Inklusion" und wirkliche Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ein Ringen um die Herzen und Köpfe der Entscheider in Behörden, Unternehmen und der Politik. Damit begann die Diskussion um die große Reform der Eingliederungshilfe. Vor allem an das Bundesteilhabegesetz und -geld hatten viele Betroffene, vor allem die Selbstbestimmt Leben Bewegung und auch der Senator selbst, ganz besondere Erwartungen geknüpft. Abschließend, so Detlef Scheele, ließe sich noch nichts sagen. Bis Ende des Jahres solle ein Referentenentwurf vorliegen. Dies sei aus seiner Sicht aber auch der letzte sichere Zeitpunkt, damit ein solch ehrgeiziges und rechtlich anspruchsvolles Vorhaben noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden könne. Aus seiner Sicht sei das Bundesteilhabegeld nahezu gescheitert. Hier würden jetzt im Rahmen der Neuordnung der Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern übergeordnete gesamtstaatliche Dinge andere Prioritäten erfordern, was er sehr bedauere. Denn die tolle Idee, Menschen mit Behinderung sukzessive aus der Sozialhilfe herauszuführen, sei damit hinfällig. Er blieb aber dabei, dass die Einkommens- und Vermögensanrechnung bei arbeitenden behinderten Menschen geändert werden müsse und dass es flächendeckend eine trägerunabhängige Beratung brauche. Es läge an Autonom Leben selbst, so Scheele, ob der Verein bei der trägerunabhängigen Beratung eine führende Rolle spielen könne, denn dem Grunde nach sei Autonom Leben der prädestinierte Träger.

In der Diskussion ging es nach Informationen von Daniela Schremm weiter um Wohnungsbindungen für rollstuhlgerechte Wohnungen nach Ablauf der Förderung sowie um die Höhe und den Nutzen der Ausgleichsabgabe, gerade bei der Beauftragung von Werkstätten für behinderte Menschen. Und es ging um die Frage, wie man die Köpfe der Menschen erreicht, wenn es um die Inklusion geht. Hier waren sich wohl alle einig, dass nur Begegnungen Verständnis und Einsicht schaffen. Detlef Scheele betonte, dass Proteste und Demonstrationen richtig und legitim seien, aber nur Einsicht nachhaltig Veränderungen bewirken würde. Er ermunterte die Runde, in Parteien und Initiativen mit Nichtbehinderten zusammen zu arbeiten, in die Parlamente zu gehen und überall mit allen Themen präsent zu sein. Seiner Meinung nach bewege ein blinder Parlamentarier im Haushaltsausschuss allein durch seine Anwesenheit mehr für die Community – quasi nebenbei – als jeder Lobbyismus einer Gruppe.

Dann ging es noch um die Situation der Flüchtlinge und die unglaublichen Leistungen der Ehrenamtlichen und der Stadt. Die Frage eines Mitglieds von Autonom Leben, ob und was Autonom Leben beitragen könne, um zum Beispiel Flüchtlingen mit Behinderung beizustehen, blieb unbeantwortet und wird vom Vorstand weiter bearbeitet und beantwortet werden müssen. Der Senator räumte ein, dass über deren Schicksal angesichts des großen Zustroms nur wenig bekannt sei. Ideen und Engagement seien willkommen.

Nach diesem gelungenen Abend plant Autonom Leben in der Zukunft regelmäßige Veranstaltungen dieser Art, in denen Mitglieder die Gelegenheit haben, sich mit PolitikerInnen und anderen EntscheidungsträgerInnen auszutauschen und gemeinsam zu diskutieren. Da Detlef Scheele seit kurzem Mitglied bei Autonom Leben ist, freut sich der Verein auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit auch nach seinem Ausscheiden als Hamburgs Sozialsenator.


Hier geht es zum Artikel:

http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/32385/Austausch-mit-scheidendem-Senator-Scheele.htm

 


08.01.2015 Pressemitteilung                            

Der Erste Bürgermeister Olaf Scholz im Gespräch


Wahlkreis Rotherbaum – Harvestehude – Eimsbüttel-Ost
Montag, 12. Januar, 19:30 Uhr
Hamburger Kammerspiele, Logensaal, Hartungstraße 9-11

Menschen mit Behinderungen werden ausgeschlossen!
Leider ist der Zugang zum Logensaal der Hamburger Kammerspiele für gehbehinderte Menschen und Rollstuhlfahrer nicht möglich!


Am 23. März 2014 fand in den Hamburger Kammerspielen die Premiere der Theaterversion des Kinoerfolges „Ziemlich beste Freunde“ statt. Viele Rollstuhlfahrer/innen und Freundinnen und Freunde haben - nicht nur am Tag der Premiere – vor dem Theater gestanden, um das Publikum darauf aufmerksam zu machen, dass Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen dieses Event nicht mit erleben dürfen, ausgeschlossen sind.

https://www.youtube.com/watch?v=fhXJgwKq2t0

Dass nicht einmal 9 Monate später, der Erste Bürgermeister die Bürger/innen des o.g. genannten Wahlkreises ausgerechnet in diese Lokalität einlädt, fühlt sich für uns Menschen mit Behinderung wie eine Ohrfeige an.


Sind wir denn keine Wähler? Was hilft das ganze Gerede und Getue um Inklusion?
Was nützt unser Engagement zu diesen Themen?


Mit Unterstützung von Frau Ingrid Körner wurde infolge unseres Protestes vor den Hamburger Kammerspielen ein Runder Tisch zum Thema barrierefreie Hamburger Kulturstätten mit Verantwortlichen der Kulturbehörde, Vertretern verschiedener kultureller Einrichtungen und von Autonom Leben e.V. gegründet. Leider hat dieses Gremium bislang aber erst einmal getagt.


Gestern wurde der Bericht zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Hamburg vorgestellt: Hamburgs Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) wurde dazu im Hamburger Abendblatt zitiert "Das Ziel ist Barrierefreiheit - intellektuell und baulich"!
Diesem Ziel können wir uns voll und ganz anschließen!

Ist dieses Thema an unserem Ersten Bürgermeister vorbei gegangen?


Olaf Scholz will an diesem Tag mit den Bürger/innen über die Themen der Stadt sprechen.


Für uns ist die mangelhafte Barrierefreiheit der Stadt Hamburg ein wichtiges Thema, über das wir gern mit unserem Bürgermeister sprechen würden.


So wird uns keine Wahl bleiben!
Wir werden uns wieder vor den Hamburger Kammerspielen versammeln müssen, um frierend darauf aufmerksam zu machen, dass „Wir“ draußen bleiben müssen!  
Und wir werden uns sehr genau überlegen, wo wir am 15. Februar unser Kreuz machen!

Wir treffen uns am 12.01.2015 ab 19:00 Uhr vor dem Eingang der Hamburger Kammerspiele!

Gezeichnet: Vorstand, Mitglieder und Freundinnen und Freunde von Autonom Leben e.V.

V.i.S.d.P.: Chasa Chahine, Gerald Samulat, Daniela Schremm, Claas de Wolff

 

Hier die vollständige Pressemitteilung zum herunterladen Download

 


Keine Ziemlich besten Freunde

Autonom Leben e.V. und die Hamburger Kammerspiele - ein Trauerspiel?

 

Am 23.03.2014 startete in den Hamburger Kammerspielen die Bühnenversion des Films „Ziemlich beste Freunde“, dem Kinohit, in dem es um die freundschaftliche Beziehung zwischen dem E-Rollstuhlfahrer Philippe und seinem Assistenten Driss geht. Ausgerechnet bei den Hamburger Kammerspielen handelt es sich um ein Theater, das absolut nicht barrierefrei ist. Wir finden: Thema verfehlt! Daher gab es von uns in Kooperation mit dem BHH Sozialkontor zur Premiere des Stücks eine Kundgebung vor den Kammerspielen.

 

Die Demonstration hat für Medien-Echo gesorgt. In den großen Hamburger Tageszeitungen Mopo, Hamburger Abendblatt und Bild Hamburg wurde über uns berichtet. In der Taz gab es vorweg eine Ankündigung zur geplanten Kundgebung.

 

Auf der Kundgebung wurde von den Betreibern der Hamburger Kammerspiele eine schriftliche Erklärung verteilt. Allerdings nur an die Gäste des Theaters, nicht jedoch an die Demonstrantinnen und Demonstranten. Autonom Leben hat hierauf mit einem offenen Brief geantwortet, mit dem wir uns an die Verantwortlichen der Kammerspiele, an die Hamburger Kultursenatorin und die Senatskoordinatorin für die Belange behinderter Menschen wenden.

 

Der Brief wurde außerdem zur Kenntnisnahme an Herrn Karl Stengler als Mitinitiator der Demonstration und an Herrn Senator Detlef Scheele weitergeleitet und außerdem an die Tageszeitungen Taz, Mopo, Hamburger Abendblatt und Bild Hamburg mit der Bitte um Veröffentlichung geschickt.

 

Ottmar Miles-Paul hat dazu auf Kobinet einen Artikel geschrieben.

 

Auch in den Elmshorner Nachrichten erschien ein Artikel, in dem ausführlicher über unsere Demo, den offenen Brief und unsere Forderungen berichtet wird.

 

Hier finden Sie den Aufruf zur Demo, den offenen Brief und die oben genannten Artikel:

 

aufruf zur kundgebung

 

 

offener brief

 

 

 

 

 

 

zeitungsartikel

 

 

artikel kobinet

 

zeitungsartikel elmshorner nachrichten

 

 

 

Autonom Leben e.V.
info@autonomleben.de • Tel: 040-432 90 149/48 • Fax: 040-432 90 147